Erweiterter Workshop für Anästhesie stärkt medizinische Versorgung in Syrien

Teilnehmer beim Workshop für Anästhesie der Organisation 'Daylight for All' in einem gut besuchten Konferenzsaal, Mai 2026.

Gezielt abgestimmt auf die Bedürfnisse der Fachkräfte in Anästhesie und Intensivmedizin führten wir Mitte Mai 2026 einen erweiterten Workshop durch. Die Erfahrungen und Rückmeldungen aus der vorherigen Veranstaltung flossen direkt in die Planung ein, um theoretisches Wissen und praktische Fertigkeiten noch effektiver miteinander zu verknüpfen.

Wissenschaftlicher Auftakt

Den Auftakt bildete ein wissenschaftlicher Fortbildungstag, an dem vier Fachvorträge die fundierte Basis für die anschließenden Praxiskurse schufen. Die in Deutschland tätigen syrischen Fachärzte Dr. Amr Al Husein und Dr. Mohamad Khaled Baroudi reisten eigens an, um ihr Wissen und ihre langjährige Erfahrung an ihre Kolleginnen und Kollegen in Syrien weiterzugeben. Dr. Amina Haidary und Dr. Samer Al-Salloum referierten über die Kinderanästhesie sowie deren potenzielle Komplikationen. Parallel dazu widmete sich Dr. Amr Al Husein den besonderen Herausforderungen der Atemwegssicherung bei herzkranken Patientinnen und Patienten. Ergänzt wurde das wissenschaftliche Programm durch Dr. Mohamad Khaled Baroudi, der moderne Verfahren der Regionalanästhesie vorstellte.

Praxisorientierte Fortbildung

Drei spezialisierte Fachkurse ermöglichten es den Teilnehmenden, theoretisches Wissen direkt praktisch zu erproben. Im zweitägigen Hands-on-Kurs von Dr. Mohamad Khaled Baroudi wurden moderne Verfahren der Regionalanästhesie trainiert. Parallel dazu vermittelte Dr. Amr Al Husein praxisnah das Management schwieriger Atemwege bei herzkranken Patientinnen und Patienten, erweitert um die Videolaryngoskopie sowie die ultraschallgestützte Gefäßdarstellung und -punktion. Den dritten Schwerpunkt bildete das spezialisierte Training für die komplexen Anforderungen der Säuglingsanästhesie, geleitet von Dr. Amina Haidary aus der Gesundheitsdirektion Aleppo.

Im Video teilen die beteiligten Ärztinnen und Ärzte ihre persönlichen Eindrücke aus dem Workshop.

Internationale Zusammenarbeit als Schlüssel

Als verbindendes Element fast aller medizinischen Fachbereiche hob der Gesundheitsdirektor von Aleppo, Dr. Muhammed Vecih Cuma, die Anästhesiologie hervor. Vor diesem Hintergrund verwies er auf den akuten Fachkräftemangel vor Ort: Denn angesichts von nur etwa 50 Anästhesistinnen und Anästhesisten für rund sieben Millionen Menschen ist der grenzüberschreitende Wissenstransfer essenziell. Die Kooperation zwischen syrischen Fachkräften in Deutschland und ihren Kollegen vor Ort trägt entscheidend dazu bei, die Versorgung langfristig zu sichern und lokale Kompetenzen nachhaltig auszubauen.

Anerkannte Fortbildung

Die Ärztekammer Aleppo zertifizierte die vier angebotenen Kurse im Rahmen ihres offiziellen Curriculums mit insgesamt 10 Punkten. Diese Veranstaltung ist fester Bestandteil unseres Bestrebens, das medizinische Fachpersonal vor Ort nach aktuellen internationalen Leitlinien zu schulen, den kollegialen Dialog zu vertiefen und das dortige Gesundheitssystem nachhaltig zu stärken. Ein herzlicher Dank gilt allen Referierenden, Teilnehmenden sowie Partnern, deren engagierter Einsatz diesen Workshop zum Erfolg geführt hat. Gefördert wird das Projekt im Rahmen des Programms Klinikpartnerschaften.

Gemeinsam die Gesundheitsversorgung stärken

Der Workshop ist ein Beispiel dafür, wie Fortbildungen die medizinische Versorgung stärken können. Doch er ist nur ein erster Schritt. In Syrien fehlt es noch immer an Fortbildungsangeboten für medizinisches Fachpersonal, an moderner medizinischer Ausstattung und an funktionierenden Gesundheitseinrichtungen. Viele Kliniken wurden durch den Krieg schwer beschädigt und müssen renoviert oder wieder aufgebaut werden. Mit Ihrer Unterstützung können wir genau dort ansetzen, wo Hilfe langfristig wirkt: Wir schaffen neue Fortbildungsangebote, fördern medizinische Einrichtungen und helfen dabei, die Gesundheitsversorgung in Syrien Schritt für Schritt wieder aufzubauen. Werden Sie Partner:in, unterstützen Sie unsere Projekte als strategische:r Förderer:in oder nehmen Sie direkt Kontakt mit uns auf, um individuelle Kooperationsmöglichkeiten zu besprechen. Gemeinsam bewirken wir nachhaltige Veränderung.

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